Unbenanntes Dokument

 

Das Frameblog

Startseite
   

DSDS im Kreuzfeuer der Jugendschützer

Schon vor einem Jahr hat die "Kommission für Jugendmedienschutz" RTL wegen der Bohlen-Sprüche in der Show "Deutschland sucht den Superstar" abgemahnt.
Grund: Die Show werde im Nachmittagsprogramm, wo auch Kinder zusehen, wiederholt, und Bohlens Kommentare zu den Casting-Teilnehmern seien dazu geeignet, Kinder "in ihrer Entwicklung zu beeinträchtigen".

Nach dem Zusammenbruch eines 17jährigen in einer der ersten Casting-Shows der neuen Staffel ermittelt die Kommission wieder. Denn in Folge der herabwürdigenden Aussagen Bohlens seien der Jugendliche und seine Familie terrorisiert worden. Bohlen dazu:
"Ich frage mich, warum ihn der Vater zu ,DSDS‘ geschickt hat. Jeder hat gemerkt, dass er nicht singen kann. Wieso hat ihm das niemand vorher gesagt? Man schickt auch keinen Nichtschwimmer in den Atlantik."

Damit schiebt Bohlen die Verantwortung für die Vorfälle von sich auf den Vater des 17jährigen. Gerade so, als hätte er den Jungen nie beschimpft.

Nun, dass es bei dieser Show mitnichten darum geht, Gesangstalente zu entdecken, beweist alleine der völlig talentfreie Vorjahressieger Medlock. Auch, dass jemand wie Bohlen, der ebenfalls nicht singen kann, Juror spielen darf, sagt viel über die Qualität der Show aus.

DSDS ist damit aber mitnichten allein: Auch die vom ORF veranstaltete Show "Starmania" hat keine Stars hervorgebracht. Die gern zitierte Ausnahme Christina Stürmer hat erst Karriere gemacht (machen dürfen), als der Knebelvertrag mit dem ORF, der ihr eigene Projekte samt und sonders untersagte, auslief.
Ähnliche Beispiele gibt es leider zuhauf. Die einzige Castingshow, die auch ernstzunehmende Erfolge im Musikbusiness aufzuweisen hat, castet keine Solosänger, sondern Boy- und Girlgroups, "Popstars" auf Pro7. Das ist kein Wunder: Von Boy- und Girlgroups wird von vorneherein nur erwartet, fesch zu sein, schöne Choreographien zu zeigen und ein bißchen singen sollten's halt unter ferner liefen vielleicht auch noch können. Langfristig gesehen, konnte sich aber noch nie eine solche Band länger als ein, zwei Alben in den Hitparaden halten (auch unter Berücksichtigung dessen, dass die "BeeGees", eine Band von drei Brüdern namens Gibbs, gerne als "erste Boygroup" gehandelt werden - die haben nämlich auch nicht viel mehr zustandegebracht als die Soundtracks zu "Saturday Night Fever" und "Staying Alive" ).

Es geht, und das muss einmal klar gesagt werden, um eine Unterhaltungsshow. Niemanden interessiert, ob die "Gewinner" einer solchen Show wirklich "Stars" im Musikgeschäft werden oder nicht, sie sind als musikalische Eintagsfliegen von vorneherein geplant und werden nach diesem kurzen "Ruhm" auch nicht mehr weiter gefördert. Wenn ich sage "niemanden interessiert, ob...", dann meine ich damit auch die Fernsehzuschauer. Die wollen ihren kurzfristigen Kick, wo sie dann für ihren Favoriten anrufen und hinterher bei der Telefonrechnung nahe am Herzinfarkt vorbeischrammen, und fertig.

Und Bohlens Sprüche sind Unterhaltung. Das weiß RTL genau so gut wie jeder andere, dass der Mann keinen blassen Dunst von Musik hat, es ist ihnen aber egal: Er unterhält die Massen, und darauf kommt's an.
5.2.08 01:26
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen

Webnews

Wiener Wohnen

Gratis bloggen bei
myblog.de