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Herkunftssache

Ich hatte gestern Dienst. Und prompt eine Dame am Rohr, die da erzählte, es gäbe eine neue Türkenbelagerung. 
Ich wurde natürlich sofort hellhörig: Muss ich jetzt das Bundesheer verständigen, oder gar die EU? Stehen die Türken - wie einst im Mai - vor den Toren Wiens, bewaffnet bis an die Zähne und zu allem entschlossen? 
Aber NEIN!!! 
Nicht doch! 
Was da belagert wurde, war der Gemeindebau! 
Es nützte nichts, ihr zu sagen, dass nur: 
- Österr. Staatsbürger, 
- EU-Bürger (bzw. EWR) 
- gem. der Genfer Konvention anerkannte Flüchtlinge (also keine Asylwerber, sondern solche, die das Asyl bereits erhalten haben) 
und 
- aufenthaltsverfestigte (sorry, das ist amtsdeutsch, kann ich nix dafür) Ausländer 
eine Gemeindewohnung kriegen können; 
für sie stand fest, dass nur türkische Staatsbürger Anspruch auf eine Gemeindewohnung haben, vor allem, wenn sie auch noch nachweisen können, dass sie muslimischen Glaubens sind. 
Oh ja, Moslems müssen's sein. 
Weil sie hat allen Ernstes zu mir gesagt, dass ihrer Meinung nach Christen und Juden keine Chance auf eine Gemeindewohnung haben, wobei, ihr zufolge, das bei den Juden auch ganz ok ist. Weil der Führer ja recht gehabt habe. 
Ich hab mir den Lamento angehört. 
Ist ja mein Job. 
Aber irgendwann reicht's sogar mir. 
Also habe ich sie gefragt, ob sie nicht glaubt, dass sie ein bißchen rassistisch drauf ist. 
Sie hat sich spornstreichs über mich beschwert. 

Ein Kollege von mir ist türkischer Abstammung, sein Name endet jedoch auf -ic, gesprochen: itsch. 
Er meldet sich also mit blablaitsch. 
Ich habe das Gespräch nicht mitgehört, nur was er sagte, aber klar war, dass er seinem Gesprächspartner klarzumachen versuchte, dass er nicht jugoslawischer Abstammung ist. Denn dieser wollte unbedingt serbokroatisch mit ihm reden, wie es schien. 
Was in folgendem - in Schriftform nur schwer wiederzugebendem - verzweifeltem Aufschrei endete: 
"I BIN KA TSCHUSCH I BIN A KANAK HOSTAS ENDLI???"
13.4.09 19:16


Wieder mal Beschwerdemanagement

Die Dame erzählte zunächst lang und breit, wie's früher war, nur habe ich ihr das nicht so ganz glauben können, dass damals niemand die Grünanlagen betreten hat oder die Hausbesorger viel freundlicher und netter waren und die Stiegen täglich statt 2x wöchentlich gekehrt haben... (1x wöchentlich müssen's). 
Ja, und die Mieter, die waren ja alle so freundlich und nett damals, der alte Herr XY zum Beispiel, der hat nie seine Frau geschlagen, sondern nur die Kinder (allen Ernstes hat die das so erzählt!!!), und man war ja so hilfsbereit, also so, wie die das geschildert hat, müssen ja damals, wenn einer krank wurde, alle Mieter zusammengelaufen sein und sich gegenseitig bei der Krankenpflege überboten haben... tja, wer's glaubt. Aber bitte. Ist ja nicht Gegenstand ihrer Beschwerde gewesen. 

Sie ging dann dazu über, sich über die ganzen "Neger" zu beklagen (gemeint hat sie türkischstämmige Nachbarn), die sich um nichts kümmern, nicht einmal die Blumen gießen(??? welche??? In der Grünanlage oder am Balkon???), ich dachte schon, hurra, endlich kommt sie zum Punkt, aber schmecks, das war keineswegs der Fall. 

Wirklich beschweren wollte sie sich über einen Herrn, der einen Stock höher wohnt, urösterreichischer Abstammung ist, und sie - wegen ihres russisch klingenden Namens rassistisch beschimpft hat... 
Äh ja. 
Wer im Glashaus... wie ging der Spruch noch?

3.4.09 19:14


Deutsche Sprache, schwere Sprache

Also sprach heute eine Interessentin: "Ich Türkin, kann ich kriegen Gemeindebau?" 
Nein. 
Nur Wohnung, und die nur wenn sie aufenthaltsverfestigt ist, was das Wohnservice zu klären hat. Sie wurde also dorthin verwiesen, ihr brav die Telefonnummer von dem Laden aufgesagt, sie dieselbe brav notiert, dann: "Und wenn ich rufen dort, ich kriegen Gemeindebau?" 
Sicher. Samt Mietern und Gebrechen. 

Man stelle sich das etwa so vor (am selben Tag geschehen): 
"Ich Strom in Wohnung." 
"Ja, und?" 
"Wollen repariert!" 
WAS? Will der Depp keinen Strom oder was? 
Hat sich - natürlich - herausgestellt, dass er KEINEN Strom hatte. Pech, Mieterangelegenheit, muss er halt einen Elektriker holen.

1.4.09 19:13


Eine Schadensmeldung - eher untypisch

Erstaunlicher wird's allerdings, wenn es um die Behebung von Gebrechen geht. Ist die öffentliche Hand nämlich im Spiel, dann wird gepfuscht, was das Zeug hält: 
Ein Mieter hat gemeldet, dass die Dichtung seines WC's altersbedingt brüchtig und also undicht ist. Normalerweise ist das seine Sache, nur, in dem Fall handelte es sich um einen Neumieter, der gerade erst eingezogen war, das heißt, das Problem wurde im Zuge der Sanierung der Wohnung offenbar schlicht übersehen. Ging also als technische Beschwerde an die zuständige Stelle bei Wiener Wohnen. 
Es erschien, so schilderte der Anrufer das, ein Installateur bei ihm, der unter viel "hmmm"s und "ahaaa"s feststellte, dass genau diese Dichtungen in dieser Form gar nicht mehr hergestellt werden, was darauf hinauslief, dass das ganze WC ausgetauscht werden muß. 
Es erscheint wenige Tage später nicht etwa der Installateur, der das Gebrechen besichtigt hat, sondern ein Subunternehmer, mit dem Auftrag, ein neues WC zu montieren. Tut er auch, jedoch nicht, ohne mehrere Fliesen der Wandverfliesung zu ruinieren, das Waschbecken aus der Wand zu reißen und einen schönen, langen Kratzer ins Email der Badewanne zu machen. 
Installateur, der er ist, bringt er auch sofort ein neues Waschbecken an, wobei er jedoch den Türstock der Badezimmertür halb aus der Wand reißt. 
Macht nichts, versicherte er dem Mieter, das wird natürlich alles in Ordnung gebracht. 
Woraufhin einige Tage später Arbeiter einer Tischlerfirma wegen der Badezimmertür erschienen, sowie ein Fliesenleger wegen der kaputten Fliesen und noch ein Installateur-Subunternehmer wegen der Badewanne. 
Der Tischler erklärt selbstverständlich, dass die Badezimmertür nicht mehr der Norm entspricht und er eine neue einbauen muß, zu welchem Behufe er die Wand aufstemmen muß, weil der alte Türstock zu schmal ist. 
Der Fliesenleger erklärt, dass er genau diese Fliesen nicht mehr hat und er daher das ganze Bad neu verfliesen muß. 
Und der Installateur zuletzt... man kann sich denken, wie die Geschichte weitergeht. 
Bleibt die Frage, wieso der Mieter überhaupt bei der Servicenummer anrief? 
Weil das WC immer noch undicht war...

31.3.09 19:12


Eine geradezu typische Beschwerde

"Wiener Wohnen Kundenservice, guten Tag?" 
"Ja hallo meechte mich beschweeren tun!" 
"Worum geht's denn bitte?" 
"Sind eingezogen Kanaken, bitte, ieber mir!" 
"Bitte was?" 
"Na Tierken, sind eingezogen, ieber mir, wie kennen lassen in Land bitte, sind doch Auslender!" 
... 

Ja, klar. Und die Anruferin war eine Hiesige, oder wie?

29.1.09 19:10


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