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Und er zahlte und zahlte und...

Jetzt war lange nix Witziges zu berichten, zeitweilig war gar nix los, na, und in letzter Zeit eher zuviel, wegen der Überschwemmungen.
Aber, man glaubt es kaum, es gibt auch Mieter, die nicht die Hände wegen ein paar Tropfen Wasser über dem Kopf zusammen schlagen, oder umgekehrt sauer sind, weil ihre Boiler nicht ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Heute bekamen meine Kollegen nach Langem wieder Folgendes zu
sehen: Ein Agent, der, todernst, mitfühlend, freundlich einen Rückruf aufnimmt, auflegt, und dann vor Lachen vom Sessel plumpst.
Grund: Der Mieter, der mich anrief, wollte einen Rückruf der Buchhaltung, nicht etwa wegen eines Zinsrückstandes, nein - er hat, man höre und staune, seit April die Miete vom Nachbarn gleich mit gezahlt. Und zwar nicht etwa, weil ein Fehler unserer Buchhaltung vorliegt, njet - der Postler hat ihm beide Vorschreibungen ins Postkastl gepackt, die durchaus
korrekt adressiert waren. Diesem G'scheit fiel aber nicht im Geringsten auf, dass er jedes Monat ZWEI Erlagscheine zur Bank bringt...???
Wohlgemerkt, seit APRIL! Er hat einfach die Vorschreibungen nicht gelesen, sondern nur den Erlagschein genommen und eingezahlt, brav, wie man das von einem Bürger so erwarten tut. Gut, man könnte nun argumentieren, dass jemand mit einem -ic im Namen vielleicht nicht ganz so firm ist beim Lesen von Mietvorschreibungen.
Aber seinen Namen wird er doch wohl noch lesen können?!?
Dass der Bank nicht aufgefallen ist, dass er da Erlagscheine einzahlt, die auf einen anderen Namen lauten - meine Güte, wie oft hat mein Schwesterherz was für mich oder ich was für sie überwiesen; die Bank stellt da keine Fragen, die Unterschrift des Kontoinhabers ist drauf, und fertig. Aber er selber müßte doch spätestens beim Unterschreiben gemerkt
haben, dass da ein anderer Name steht...
Na, er wird's rücküberwiesen bekommen, und der andere eine Nachforderung - that's life. Aber man muss zugeben: Der Gag war gut. Endlich mal wieder was zum Lachen.

9.7.09 06:01


Notdienst-Einsatz

Heute fühle ich mich bemüßigt, Reinhard Mey zu zitieren:

"Letzte Pfingsten war es, glaub ich, um halb acht,
da rief ein Mann an, völlig aufgebracht:
Bei ihm sei ein Rohr gebrochen,
er selbst naß bis auf die Knochen,
und das sprudelt und das gluckert und das kracht.
'Prima', sagte ich, 'das wird sofort gemacht!'
An einem nebligen Novembertag
machte ich ihm erstmal einen Kostenvoranschlag,
noch muß er zum Keller schwimmen
und zur Nacht sein Dach erklimmen,
denn vor Juni tu' ich keinen Hammerschlag,
so hat jeder seine Sorgen heutzutag."

(Aus "Ich bin Klempner von Beruf" )

Also was ist passiert?
Um 11:30 ruft eine Mieterin an und meldet, dass ihr WC schwimmt, offenbar ist beim Abfallstrang etwas passiert, aus der Wand strömt stinkende, schmutzige Kloake. Der Kollege nimmt die Meldung auf, und da um 11:30 noch keine Nightline-Zeit ist (die beginnt freitags um 12:00 Uhr), schickt er sie ganz normal ab, als Nachricht an den Werkmeister, jemanden hinzuschicken.

Um 14:30 ruft die Mieterin an, um zu urgieren: Es ist noch kein Mensch bei ihr aufgetaucht. Es stellt sich heraus, dass die Nachricht an den Werkmeister gar nicht abgeschickt worden war, sondern in der Nightline-Schleife hängen blieb bis 12:20, da hat sie dann der 2nd-Level-Mitarbeiter im System herumlungernd entdeckt, umgeschrieben auf Notdienst, und selbigen beauftragt.
Der Kollege, der den Anruf um 14:30 entgegennahm, kontaktiert seinerseits den Notdienst, was da denn bitte los sei, und erfährt: Man steht im Stau auf der Tangente. Das wurde dann so an die Mieterin kommuniziert.

Ich hatte Dienstbeginn um 15 Uhr, was ich also bisher schilderte, geschah in meiner Abwesenheit. Ich bekam's aber derwegen zu spüren: Denn um 17:30 rief die Dame noch einmal an, weil - man glaubt es kaum - noch immer niemand bei ihr eingetroffen war! Ich also meinerseits - nach Rücksprache mit dem 2nd Level-Agenten - beim Notdienst angerufen, ja himmelherrgottsakra, wo bleibt ihr denn bitte? Na, der Typ hatte genau Null Ahnung und frug mich erstaunt: A da ist noch niemand? Nein, nein, da ist niemand, nicht die Spur eines Installateurs, nix, niemand, nada, null, kein Mensch, und angerufen hat die Mieterin auch kein Mensch. Na, sagt er, ich ruf die Leute an und verständige dann die Mieterin. Ja, danke, bitte tun's das.

*schulterzuck* Ich mein, letzten Samstag, wo's in Strömen geregnet hat und reihenweise Wohnungen unter Wasser standen und Kanäle übergingen, ja mei, dass da der Notdienst und die MA30 zusammengebrochen sind und wir die Mieter schonend auf Einsatzzeiten von bis zu 6 Stunden hinweisen mußten, ok, kann passieren bei so einem Sauwetter. Aber wenn EH NIX LOS is?? Tja.

5.6.09 22:02


Schon ein paar Tage her

Eine Dame wollte einen Rückruf des Wohnberaters (das ist der frühere "Hausinspektor", den Begriff hat man durch das freundlichere Wort ersetzt). Ich frug sie gewohnheitsmäßig, worum es dabei geht, und sie begann zu erzählen: 

Ein zunächst harmloser Streit um die Waschkücheneinteilung unter zwei Mietparteien eskalierte zunehmend. Das ging schon bis zu für die Justiz interessanten Vorfällen wie Sachbeschädigung am "gegnerischen" Auto, Ehrenbeleidigungen und Tätlichkeiten. Die Anruferin war selbst an dem Streit nicht beteiligt, hatte jedoch mit beiden Parteien eine gute Gesprächsbasis und lud die beiden ein. Mit dem bewundernswerten Erfolg einer Einigung. So weit, so gut. Da es jedoch immer wieder Streitigkeiten, oft aus wirklich nichtigsten Anlässen, unter Mietern in der Anlage gibt, brüteten die drei Mietparteien die Idee aus, eine Mieterversammlung im Hof abzuhalten. Wo das alles angesprochen und ausdiskutiert werden kann, mit dem Gedanken, diese Treffen dann jährlich zu veranstalten. Und zu dieser Versammlung wollte die Dame den Wohnberater einladen. 

Vor einiger Zeit hat der Wohnbaustadtrat, ich weiß nicht, ob's noch Faymann war, oder schon sein Nachfolger Ludwig, den "Mieterbeirat" ins Leben gerufen, eine Vertretung der Mieter, so eine Art Sprecher und Ombudsman in Personalunion also. Diese Mieterbeiräte werden von den Mietern selbst aus ihrem Kreis gewählt. Die Idee war, eine Anlaufstelle direkt vor Ort zu schaffen. Ich glaube, wenn jemand sich je für diese Position wirklich einwandfrei qualifiziert hat, dann diese Anruferin (zumal die meisten Mieterbeiräte eher mehr was von Blockwarten haben, aber das nur nebenbei).
19.5.09 19:55


Kaffeeflecken

Eine Mieterin beschwert sich, was an sich nicht ungewöhnlich ist, über ein zunehmend verdrecktes Stiegenhaus. Und sie schildert mir so allerhand, von Spucke an den Aufzugstüren bis einfach ins Stiegenhaus geleerten Aschenbechern, alles nichts, was ich nicht schon hunderte Male gehört habe, viele Menschen haben nun einmal etwas Ferkelhaftes an sich, aber dann kam doch noch etwas Neues: Kaffeeflecken an der Stiegenhausdecke. 
Wie, so frug ich die Dame erstaunt, kommen die denn da bitte hin? 
Und sie schilderte mir, dass Jugendliche, die teilweise nicht einmal in der Stiege wohnen, sondern nur zu Besuch kommen, sich mit Kaffeebechern aus einem in der Nähe befindlichen Fastfoodrestaurant einen Sport daraus machen, diesen Kaffee mit Schwung an die Decke zu schütten. Und zwar versuchen sie, alte Kaffeeflecken dabei mit dem frischen Kaffee zu treffen. 
Also ehrlich, ich weiß mir mit Kaffee was Besseres anzufangen...

19.5.09 19:18


Da war der Keller plötzlich leer...

Eine Mieterin schildert eine Geschichte, die sich seit dem August des Vorjahres hinzieht: Da wurde ihr Kellerabteil nämlich irrtümlich von der MA48 geräumt, eigentlich sollte das eines ohne Erben verstorbenen Mieters von der Nachbarstiege (selbe Türnummer, aber eben andere Stiege) geräumt werden. Sie wurde von der MA48 für die Wertsachen, die da irrtümlich entsorgt wurden, auch entschädigt, das ist nicht das Problem. Aber: Die MA48 hatte ein neues Schloss angebracht. 
Die Mieterin kann also nicht in ihren Keller. 
Leicht zu lösen, möchte man meinen - aber wir sind hier ja in Wien: Die MA48 dachte im Traum nicht daran, der Mieterin oder wenigstens Wiener Wohnen einen Schlüssel für das neue Vorhängeschloss zu überreichen. Da es ein Sicherheitsschloss ist, kann auch nicht so einfach einer nachgemacht oder es ausgetauscht werden. 
Sowohl Mieterin als auch Wiener Wohnen (wie aus den diversen Rückrufen in der Datenbank ersichtlich) urgierten das mehrmals bei der MA48 - aber erhielten die Auskunft, dass man auch dort keinen Schlüssel hat, bzw. keine Ahnung hat, wo derselbe hingeraten sein könnte. 
Wie gesagt, das zog sich seit dem August des Vorjahres hin. Natürlich hätte man die Türe auch einfach aufbrechen können, der Werkmeister darf das im Auftrag der Mieterin tun, aber ein neues Schloss einfach wegwerfen, das wollte die Mieterin längere Zeit auch nicht. Nun, inzwischen hat sie sich mit dem Werkmeister einen Termin zum Aufbrechen ausgemacht - ist auch klüger so, als sich mit einem verschlossenen Kellerabteil herumzuärgern.

28.4.09 19:17


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